Breitenfussball
27.01.2026

Die Legacy Challenge wirkt: Wie Vereine den Frauenfussball konkret stärken

110 beteiligte Vereine in 4 Monaten

Die Legacy Challenge by SFV zeigt bereits nach wenigen Monaten, wie wirkungsvoll und konsequent  Entwicklung im Frauenfussball konkret aussehen kann. An der zweiten Ausgabe der Legacy Challenge, die seit rund drei Monaten läuft, haben sich bislang über 110 Vereine beteiligt. Ein Gespräch mit Projektleiter Jan Staffelbach über erste Wirkungen, gemeinsame Verantwortung und die Kraft lokaler Initiativen.

Interview

Jan Staffelbach, die Legacy Challenge läuft nach einer erfolgreichen ersten Durchführung seit rund drei Monaten in ihrer zweiten Ausgabe. Was sagen Ihnen die ersten Zahlen?

Jan Staffelbach: «Vor allem eines: Der Wille ist da, Mädchen und Frauen im Fussball voranzubringen. Die 110 teilnehmenden Vereine in dieser frühen Phase sind ein starkes Signal. Ebenso wichtig sind die über 340 eingereichten Massnahmen. Sie zeigen, dass viele Klubs im Nachwuchsbereich, in der Ausbildung oder bei vereinsinternen Strukturen nicht abwarten, sondern aktiv handeln.»

Welche Entwicklungen stechen für Sie besonders hervor?

Jan Staffelbach: «Ganz klar die die Breite der eingereichten Massnahmen. Wir sprechen von 39 neu gegründeten Mädchenteams und 13 neuen Frauenteams, also von direkter, nachhaltiger Basisarbeit. Gleichzeitig wurden 45 neue Funktionärinnen in Vereinsfunktionen integriert. Das verändert Entscheidungsräume und Perspektiven. Und mit 71 neuen Trainerinnen, davon 22 mit C- oder D-Diplom, sehen wir, dass auch in der Ausbildung spürbar etwas in Bewegung kommt. »

Ein Thema, das oft wenig sichtbar ist, sind spezifische Trainingsangebote - etwa für Torhüterinnen.

Jan Staffelbach: «Genau deshalb freut uns dieser Punkt besonders. 17 Vereine haben regelmässige Torhüterinnen-Trainings eingeführt. Das zeigt Professionalität im Detail. Frauenfussball entwickelt sich nicht nur über Schlagzeilen, sondern über solche gezielten Angebote.»

Welche Rückmeldungen haben Sie von den Klubs zur Legacy Challenge erhalten?

Jan Staffelbach: «Es hat mich sehr gefreut zu sehen, dass die Legacy Challenge für viele Klubs eine echte Inspiration war, um ihre Mädchen- und Frauenabteilung gezielt auf- und auszubauen. An verschiedenen Tagungen wurde mir zudem mehrfach Wertschätzung und Dank für die Garantiepreise ausgesprochen - etwa für die Trikot-Sets von Persil. Besonders positiv aufgenommen wurden in der ersten Ausgabe der Legacy Challenge auch die Erlebnispreise als gelungene Team-Events. Dazu zählten unter anderem ein Teamtraining mit Johan Djourou beim FC Ueberstorf, ein Torhüterinnentraining mit der Nati-Goalietrainerin Patricia Gsell beim FC Villmergen sowie ein Selbstverteidigungskurs mit dem FC Walperswil bei der Securitas AG. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die grosse Freude des FC Romanshorn über den personalisierten Legacy-Challenge-Bus - einen VW ID. Buzz.»

Was wünschen Sie sich für die kommenden Monate?

Jan Staffelbach: «Dass die Vereine weiterhin Massnahmen einreichen und den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen. Die zweite Ausgabe der Legacy Challenge läuft bis Ende Juni 2026. Als Teil der kraftvollen «Here to stay»-Bewegung in der Schweiz muss sie in den Vereinen und in allen Regionen weitergehen. Wir dürfen nicht aufhören, gemeinsam den Frauenfussball nachhaltig voranzubringen. Entscheidend ist, dass wir den Spielerinnen, den Vereinen und den Trainerinnen weiterhin zuzuhören. Legacy bedeutet nicht, etwas abzuschliessen, sondern mit vielen nationalen, regionalen und lokalen Initiativen dauerhaft etwas zu verändern und zu verankern.»

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