„Built to Grow“ - ein nachhaltiges Nachwuchslabel für den Frauenfussball

Begleiten statt bewerten
Mit dem neuen Nachwuchslabel «Built to Grow» setzt der Schweizerische Fussballverband (SFV) ein zukunftsweisendes Zeichen: Erstmals werden Lizenzierung und Nachwuchsförderung im Frauenfussball klar getrennt. Das sorgt für mehr Qualität, Durchlässigkeit und eine nachhaltige Entwicklung in den Vereinen der Women’s Super League (AWSL) und Nationalliga B (NLB).
Der Schweizer Frauenfussball steht an einem Wendepunkt. Im Rahmen der UEFA Women’s EURO 2025 nutzt der SFV die einmalige Gelegenheit, Strukturen zu schaffen, die über das Turnier hinaus wirken. Das Label «Built to Grow» ist Teil der SFV-Legacy «Here to stay» und bildet die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung im Nachwuchsbereich.
Bisher erfolgte die Förderung über ein Label mit gemischten Kriterien. Neu werden Lizenzierung und Nachwuchslabel klar voneinander getrennt:
- Lizenzierung: verbindliche Mindestanforderungen für AWSL-Vereine (Pflicht, Kontrolle, Sanktionen).
- Nachwuchslabel: Entwicklungs- und Qualitätslabel mit Fokus auf Ausbildung, Förderung und Struktur (Anreiz, Unterstützung, Entwicklung).
Damit entsteht ein System, das Vereine begleitet statt bewertet und Qualität sichtbar macht, unabhängig von Grösse oder Budget.
Fünf Stufen, ein Ziel
«Built to Grow» führt fünf Anforderungsstufen ein, die Orientierung, Entwicklung und Qualität sichern.
Das Label definiert Standards in den Handlungsfeldern Strategie & Kultur, Infrastruktur, Personal, Talentpool und Spielerinnenentwicklung. Ziel des Labels ist es, die Qualität der Ausbildung zu sichern, Entwicklung messbar zu machen und klare Perspektiven zu schaffen, damit Spielerinnen ihr Potenzial entfalten, Trainerinnen wachsen und Vereine nachhaltige Strukturen aufbauen können, die den Schweizer Frauenfussball stärken.

Gemeinsam wachsen
Die Entwicklung des Labels erfolgte auf breiter Basis: In rund 50 Interviews (mit Spielerinnen, Eltern, Funktionären, etc.), Vereins- und Verbandsbesuchen im In- und Ausland sowie einem Workshop mit sechs Schweizer Vereinen wurden Erfahrungen, Bedürfnisse und Ideen gesammelt.
Drei Phasen der Projektarbeit wurden bereits abgeschlossen: Der Projektstart im August 2024, im Mai 2025 folgte ein Ergebnis-Workshop und am 4. November ein Legacy Elite Forum mit den AWSL- und NLB-Klubs. Bis Februar 2026 werden Standards und Wirkmodell definiert, im März folgt die Präsentation der Label-Version 1, die Einführung in der Fussballpraxis ist im Juli 2026 geplant.
Nachhaltig, verbindend, wirksam
«Built to Grow» ist mehr als ein Label, es ist ein Entwicklungsverständnis. Ein System, das Menschen, Ideen und Strukturen im Schweizer Frauenfussball verbindet. Ein Fundament, das bleibt, wenn der Applaus vorbei ist.
« Der partizipative Ansatz gibt uns eine Möglichkeit, gemeinsam mit den Clubs aus der AWSL und der NLB das Nachwuchslabel noch besser auf deren Bedürfnisse anzupassen. Es soll ein Produkt sein, welches strukturübergreifend getragen wird.»
«Das Nachwuchslabel gibt sowohl kleinen als auch grossen Vereinen den Raum und die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Es bildet eine vielversprechende Grundlage für den gesamten Frauenfussball.»
«Mit «Build to Grow» entwickeln wir die Nachwuchsförderung strategisch weiter. Unser Ziel ist es, die Regionen der Schweiz langfristig einzubinden.»





